Deutsche Texte

Erklärung der Konföderation der Revolutionären Arbeitergewerkschaften, der Konföderation der Gewerkschaften Öffentlicher Angestellter, des Türkischen Verbands der Ingenieurs- und Architektenkammern und des Türkischen Ärzteverbands nach dem Bombenanschlag in Ankara: “Wir sind in Trauer, wir sind in Aufruhr, unsere Wut ist grenzenlos!”

Übersetzung aus dem Türkischen: Translators for Justice

Quelle: http://www.kesk.org.tr/content/%C3%BCzg%C3%BCn%C3%BCz-%C3%B6fkeliyiz-yastay%C4%B1z-ve-isyanday%C4%B1z

Istanbul, 10.10.2015

Wir bringen ab morgen unsere Trauer zum Ausdruck, gedenken unserer toten Freunde und protestieren gegen das faschistische Massaker. Am 12. und 13. Oktober streiken wir in der ganzen Türkei.

Wir waren heute aus allen Ecken der Türkei für die Kundgebung “Arbeit, Frieden und Demokratie” in Ankara zusammengekommen. Wir waren gekommen, um unsere Forderungen nach Arbeit, Frieden und Demokratie in die Welt zu rufen. Wir wollten die Stimme der Arbeiter, Angestellten, Arbeitslosen, Armen und Opfer sein. Unsere Botschaft lautete: “Wir trotzen dem Krieg – wir fordern Frieden, sofort!” Wir waren gekommen, um zu bekunden, dass das Blutvergießen für die Herrschaft des Palastes endlich aufhören muss. (more…)

Biram Dah Abeid, der „Mandela“ aus Mauretanien, der gegen die Sklaverei kämpft

18.10.2014

Übersetzung aus dem Italienischen: Translators for Justice

Quelle: http://www.redattoresociale.it/Notiziario/Articolo/471263/Biram-Dah-Abeid-il-Mandela-della-Mauritania-che-lotta-contro-la-schiavitu

Biram Dah Abeid, Nachkomme von früheren Sklaven und Aktivist für die Abschaffung der Sklaverei, hat in den letzten Wahlen das unerwartete Ergebnis von 10% aller Stimmen erzielt. In Mauretanien gibt es insgesamt 700.000 Menschen, die in sklavenähnlicher Abhängigkeit leben, davon 100.000 als tatsächliche Sklaven. „Wir sind wiederholt Verhaftungen, Folter und Gefängnis ausgesetzt“, so Biram.

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Der offene Brief der 35 Flüchtlinge, die aus dem Flüchtlingszentrum in Tor Sapienza in Rom vertrieben wurden

15.11.2014

Übersetzung aus dem Italienischen: Translators for Justice

Quelle: http://frontierenews.it/2014/11/lettera-aperta-dei-35-rifugiati-sgombrati-dal-centro-tor-sapienza/

Die jungen Leute, von denen gestern vierzehn versucht haben, erneut das Flüchtlingsheim in Roms Vorstadt Tor Sapienza zu betreten, haben einen offenen Brief geschrieben, in dem sie über ihre Erfahrung berichten.

Es wird ständig über uns gesprochen, aber niemand kennt uns wirklich. Wir sind 35 Menschen aus verschiedenen Ländern: Pakistan, Mali, Äthiopien, Eritrea, Afghanistan, Mauretanien usw. Wir sind nicht alle gleich, jeder hat seine eigene Geschichte – wir sind Familienväter, Jugendliche, Hochschulabsolventen, Handwerker, Lehrer usw., aber wir sind alle nach Italien gekommen, um unser Leben zu retten. Wir haben den Krieg, die Gefangenschaft, den Konflikt in Libyen, die Taliban in Afghanistan und in Pakistan erlebt. Wir sind gereist, und zwar viel, mit jedem nur denkbaren Verkehrsmittel, nicht zuletzt auch zu Fuß. Wir haben alles aufgegeben: unsere Familien, unsere Kinder, unsere Frauen, unsere Eltern, unsere Freunde, unsere Arbeit, unser Zuhause. Wir wollen niemandem etwas Böses.

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Reporterin der armenisch-türkischen Zeitung Agos weiterhin Morddrohungen ausgesetzt – Strafverfahren eingeleitet

16.10.2014
Übersetzung aus dem Türkischen: Translators for Justice
Quelle: http://www.agos.com.tr/haber.php?seo=olum-tehdidine-suc-duyurusu&haberid=8384

Arzu Geybullayeva, aserbaidschanische Reporterin der armenisch-türkischen Zeitung Agos, ist weiterhin Hasstiraden und Drohungen aus ihrem Heimatland Aserbaidschan und aus der Türkei ausgesetzt. Die Zeitung Agos hat jetzt ein gerichtliches Verfahren gegen diese Drohungen eingeleitet.

Weil Arzu Geybullayeva für die Zeitung Agos schreibt, ist sie ins Visier der Medien ihres Heimatlandes geraten. Die Soldaritätsbekundungen von Seiten internationaler Journalistenverbände ließen nicht lange auf sich warten, aber Geybullayeva bekommt weiterhin Drohungen. Geybullayeva erhielt zuletzt aus der Türkei eine Morddrohung. Die Journalistin teilte am 15. Oktober die Nachricht, die ihr über Facebook zugesandt wurde, über Twitter mit. Die Nachricht, die eine Morddrohung enthält, lautet folgendermaßen: „Du kannst dir schon mal dein Grab neben dem Lumpenhund Hrant graben lassen, du ehrlose Schlampe, du wirst bald krepieren, genieße deine letzten Tage du Armenier-Hündin“. (more…)

Türkischer Übersetzerverband: Unser Freund und Mitglied Suphi Nejat Ağırnaslı kam beim Kampf gegen den IS in Kobanê ums Leben

13.10.2014
Übersetzung aus dem Türkischen: Translators for Justice
Quelle: http://cevbir.net/cevbir-uyesi-yazar-ve-cevirmen-dostumuz-suphi-nejat-agirnasli-kobane-direnisinde-hayatini-kaybetti/

Suphi Nejat Ağırnaslı wurde am 22. September 1984 geboren. Er studierte Soziologie an der Boğaziçi Universität Istanbul und erwarb dort sowohl den Bachelor- als auch den Mastergrad. Seine Masterarbeit hatte die tödlichen Arbeitsunfälle auf den Werften in Tuzla/Istanbul zum Thema. Darin stellte er dar, dass es sich bei den Todesfällen eigentlich um Mord gehandelt hatte, da die Sicherheitsvorschriften von den Arbeitgebern nicht eingehalten worden waren. (more…)