Grubenunglück in der Türkei: “Das hier ist ein Sklavenlager!”

15.5.2014
Übersetzung aus dem Türkischen: Translators for Justice
Quelle: http://www.diken.com.tr/aktuel/burasi-kole-kampi-gibi/

Beim schweren Grubenunglück in Soma starben 282 Bergwerkarbeiter (1). Ein Überlebender bezeichnete die Zeche als ein Sklavenlager.

In einem Gespräch mit Okan Konuralp von der Tageszeitung Hürriyet sagte der Bergwerksarbeiter Hüseyin über die Arbeitsbedingungen im Bergwerk: “Das hier ist ein Sklavenlager. Ein Meister im Bergwerk verdient im Monat höchstens 1600 TL (ca. 551 €). Ein unqualifizierter Arbeiter bekommt nicht mehr als 1200 TL (ca. 414 €)”.

Nach Angaben des Überlebenden gingen in einer Schicht bis zu 700 Bergwerkarbeiter in die Zeche, und in jedem Stollen arbeiteten ca. 60 Kumpels. “In jedem Stollen gibt es einen Schichtleiter, der je nach ausgegrabener Kohle einen Prämienlohn erhält. Daher lässt er uns unter den schwierigsten Bedingungen arbeiten und setzt uns unter Druck, damit wir noch mehr Kohle abbauen”.

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(1) Die Zahl der Toten ist mittlerweile (Stand 17.5.2014) auf 301 angestiegen (Anmerkung der TfJ-Redaktion).

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