Der Verein zur Solidarität mit Flüchtlingen MÜLTECİ-DER appelliert an den türkischen Staat: „Gewährt den Flüchtlingen das Recht auf medizinische Versorgung“

14.10.2013
Übersetzung aus dem Türkischen: Translators for Justice
Quelle: http://bianet.org/bianet/goc/150626-multecilerin-saglik-hakkini-taniyin

Eine afghanische Flüchtlingsfrau ist gestorben, weil sie keine Dialysebehandlung bekommen konnte. Mülteci-Der fordert, dass die Verantwortlichen ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden. Außerdem sollen die Hindernisse beseitigt werden, die den Flüchtlingen den Zugang zur medizinischen Versorgung erschweren.

Istanbul – BIA

In einer Erklärung von Mülteci-Der anlässlich des Todes der 63-jährigen afghanischen Flüchtlingsfrau Golafrooz Tajik, die keine Dialysebehandlung bekommen konnte, wird verlangt, dass die Zugangsbarrieren zur medizinischen Versorgung von Flüchtlingen und Asylsuchenden, die in die Türkei kommen, abgeschafft werden.

Mülteci-Der weist daraufhin, dass es die von der Verfassung vorgeschriebene Aufgabe des Staates sei, jedem ein Leben in psychischer und physischer Gesundheit zu gewähren. Daher sei es sehr wichtig, dass die Kosten für die medizinische Versorgung der Flüchtlinge und Asylsuchenden vom Staat übernommen werden. Es heißt weiterhin in der Erklärung:

„Flüchtlinge und Asylsuchende, die sich in einem individuellen Asylverfahren in der Türkei befinden, können die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht in Anspruch nehmen.

In einigen Provinzen werden die Kosten für die medizinische Versorgung auf Initiative höherer Verwaltungsebenen von Stiftungen übernommen, die den Flüchtlingen in verschiedenen Bereichen Hilfeleistungen bieten. Beim Zugang zu den Gesundheitsdienstleistungen treten jedoch ernsthafte Probleme auf, da es keine allgemeinen Bestimmungen in der Türkei gibt.

Eben diese Probleme sind im Fall von Golafrooz Tajik aufgetreten, als sie medizinische Versorgung benötigte. Da die Meinung verbreitet war, dass keiner etwas tun könne und keiner verantwortlich sei, entstanden eine Reihe von Unterlassungen, die gekoppelt mit einer Indifferenz letztendlich zu ihrem Tod führten.

Mülteci-Der betont, dass die Verantwortlichen ermittelt und die notwendigen Maßnahmen getroffen werden müssen, damit nicht noch andere Flüchtlinge und Asylsuchende Opfer dieser Missstände werden. Der Verein erinnerte daran, dass die verantwortlichen Ämter über die Lebensgefahr, in der Tajik schwebte, informiert waren und dass sie um Hilfe gebeten wurden. Diese Bestrebungen blieben allerdings erfolglos.

Aktuelle Lage
Nach Angaben von Mülteci-Der befinden sich syrische Flüchtlinge seit dem 1.10.2013 unter dem „vorübergehenden Schutz“ des Staates. Die Kosten für die medizinische Versorgung dieser Flüchtlinge, die entweder in den Grenzprovinzen oder in den Flüchtlingslagern leben, werden laut Mülteci-Der vom Katastrophenschutz AFAD übernommen.

Syrische Flüchtlinge, die außerhalb dieser Gebiete leben, müssen selbst für ihre medizinische Versorgung aufkommen.

Seitens des Innenministeriums und der UNHCR gibt es keine Bestimmungen zur medizinischen Versorgung der Flüchtlinge, die sich im Asylverfahren befinden und nicht aus Syrien, sondern aus Afghanistan, dem Irak, Iran und anderen afrikanischen Ländern kommen. Vor allem seit Anfang 2012 bestehen ernsthafte Schwierigkeiten beim Zugang zur medizinischen Versorgung.

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