ÄrztInnen protestierten gegen Gewalt und Unterdrückung

18.06.2013
Übersetzung aus dem Türkischen: Translators for Justice
Quelle: http://www.ttb.org.tr/index.php/Haberler/isbirakma-3878.html

Die Konföderation der Revolutionären Arbeitergewerkschaften (DISK), Konföderation der Gewerkschaften der Öffentlich Beschäftigten (KESK), der Verband der türkischen Architekten- und Ingenieurskammern (TMMOB), der Türkische Ärzteverband (TTB) und der Türkische Zahnärzteverband (TDB) haben am 17. Juni landesweit die Arbeit niedergelegt, um gegen die polizeiliche Gewalt zu protestieren, die gegen den Taksim Gezi Park Widerstand eingesetzt wird.Mit dem Aufruf des türkischen Ärzteverbands sind die ÄrztInnen in Istanbul, Ankara, Izmir und vielen anderen Städten auf die Straße gegangen und haben ihre Stimme gegen die gegen die Aggressitivät der AKP –Politik erhoben.

In Ankara haben sich ÄrztInnen und Gesundheitspersonal auf dem auf dem Gelände der Medizinischen Fakultät der Hacettepe Universität versammelt. Der Präsident der Ärztekammer Ankara, Özdemir Şener, hat hier eine Rede gehalten. In seiner Rede hat Özdemir Şener kritisiert, dass der Ministerpräsident während seiner Reden in den öffentlichen Kundgebungen es vorgezogen hat, die Lage noch zuzuspitzen anstatt sie zu beruhigen: „Die Person, die eigentlich dafür zuständig ist, die Lage zu entschärfen, versucht zu beweisen, dass die einen 50% mehr sind als die anderen 50%.“ Özden Şener hat daran erinnert, dass dem Wasser aus den polizeilichen Wasserwerfern, dem die BügerInnen ausgesetzt waren, Pfeffergas beigemischt wurde. Weiterhin hat er betont, dass der Gouverneur von Istanbul erklärt habe, dass keine Chemikalien, sondern lediglich ‚medizinische/chemische Substanzen’ beigemischt worden seien: „Es wurde der verharmlosende Ausdruck ‚Gas, das Tränen in die Augen treibt’ verwendet. Aber dieses Gas treibt nur den Müttern Tränen in die Augen – die Menschen aber, die diesem Gas ausgesetzt sind, kann es töten.“

Danach sind die ÄrztInnen und das medizinische Personal mit Plakaten, die die Aufschrift „Schulter an Schulter gegen Faschismus“ und „Regierung Rücktritt“ trugen, in Richtung Kolej-Platz gelaufen.
Im Anschluss daran sind sie über die Ziya Gökalp Straße in Richtung Kızılay marschiert.
Allerdings wurde der Marsch durch Polizeibarrikaden in der Nähe von der Mithatpaşa Brücke aufgehalten. Die Polizeibarrikaden in der Nähe von der Mithatpaşa Brücke haben verhindert, dass sich die Menge auf den Kızılay-Platz begibt. Weil die Polizei den Marsch verhindert hatte, wurde die gemeinsame Erklärung der Konföderation der Revolutionären Arbeitergewerkschaften (DISK), der Konföderation der Gewerkschaften der Öffentlich Beschäftigten (KESK), des Verbands der türkischen Architekten- und Ingenieurskammern (TMMOB), des Türkischen Ärzteverbands (TTB) und des Türkischen Zahnärzteverbands (TDB) dort verlesen. Der TTB Generalsekretär Beyazıt Beyhan hat in seiner Rede kritisiert, dass die Polizei die Demonstranten durch Barrikaden an ihrem Marsch gehindert hat. Sodann hat er an folgende Worte des Ministerpräsidenten Tayyip Erdoğan erinnert:„Niemand wird ungestraft davon kommen“ und fügte hinzu:„Niemand wird ungestraft davon kommen und der Kampf wird weitergeführt“.

Auch in Istanbul haben die ÄrztInnen und das Gesundheitspersonal die Arbeit niedergelegt und auf dem Gelände der Krankenhäuser und medizinischen Fakultäten eine Presseerklärung verlesen. Nachdem in den Krankenhäusern die gemeinsamen Presseerklärungen verlesen wurden, sind die ÄrztInnen an zwei Treffpunkten in Istanbul, in Tünel und in Şişli zusammen gekommen. Der türkische Ärzteverband und der Vorstand der Istanbuler Ärztekammer haben sich am Treffpunkt der DİSK in Şişli, hinter dem Plakat mit der Aufschrift „Der Einsatz für den Gezi Park bedeutet sich für das Leben einzusetzen“ eingefunden.
Die Menschenmenge, die von Şişli nach Taksim laufen wollte, wurde in Pangaltı von der Polizei aufgehalten. Nachdem ein Weile in Pangaltı eine Sitzdemo stattgefunden hat, wurde die Pressemitteilung verlesen. Die Demonstration der Mitglieder der KEKS und der TMMOB, die sich im Stadtteil Tünel getroffen hatten, wurde ebenfalls von der Polizei verhindert. Nachdem auch hier eine Sitzdemo durchgeführt wurde, wurde die Presseerklärung verlesen. Prof. Dr. Özdemir Aktan, Vorsitzender des Zentralrats der Türkischen Ärztekammer, hat er in seiner Rede die unnachgiebige Haltung der Regierung gegen die demokratischen Forderungen und Reaktionen der Bevölkerung kritisiert.

Der Vorsitzende der Ärztekammer Istanbul Prof. Dr. Taner Gören hat in seiner Rede während der Protestaktion auf dem Gelände der Medizinischen Fakultät der Universität Istanbul daran erinnert, dass die Menschen, die auf die Straße gehen lediglich Freiheit, Frieden und ein menschenwürdiges Zusammenleben fordern. Dahingegen spreche die Regierung zwar von einer fortgeschrittenen Demokratie und greife aber gleichzeitig tausende von Menschen, die Freiheit fordern, mit Pfeffergas und Gummigeschossen an.

In Izmir haben die ÄrztInnen und das Gesundheitspersonal auf dem Gelände von Krankenhäusern Sitzstreiks veranstaltet und die Presseerklärung verlesen. Die Kundgebung fand auf dem Konak-Platz statt. In den Abendstunden haben sich die ÄrztInnen vor der Ärztekammer Izmir und sind zum Cumhuriyet Platz marschiert. Dort wurde durch Vertreter der Ärztekammer Izmir eine Erklärung verlesen. Anschließend marschierten die Demonstranten weiter zum Gündoğdu Platz.

In Mardin haben sich die ArbeiterInnen vor dem KESK Gebäude versammelt. Sie sind bis zum Karayolları Park gelaufen und haben dabei Parolen skandiert. Hier hat der Vorsitzende der Ärztekammer Mardin, Kamiran Yıldırım eine Rede gehalten: „In keinem demokratischen Staat wurde selbst im Krieg Gesundheitspersonal angegriffen, dessen einziges Anliegen die Versorgung von Verletzten ist. Bei den jüngsten Ereignissen wurde das Gesundheitspersonal, das den Verletzten geholfen hat, zum Gegner und zur Zielscheibe erklärt. Aus Angst vor polizeilichen Ermittlungen, haben es die Menschen vermiedensich in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen behandeln zu lassen. Somit wurde die medizinische Versorgung dieser Menschen verhindert.“

In Manisa haben sich die Ärzte auf dem Manolya Platz versammelt. Dort hat der Generalsekretär der Ärztekammer Manisa, Şahut Duran den Aufruf zur Arbeitsniederlegung, den der Vorsitzende des Zentralrats des Türkischen Ärzteverbands allen ÄrztInnen geschickt hatte, verlesen.

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