Angriff auf Leichenwagen durch die türkische Polizei

16.06.2013
Übersetzung aus dem Türkischen: Translators for Justice
Quelle: Online-Zeitung SÖZCÜ http://sozcu.com.tr/2013/gunun-icinden/ankarada-gezi-gerginligi.html

Angriff auf Leichenwagen durch die türkische Polizei.
Die Polizeikräfte und die Gendarmerie sperren die Straße in Batikent.
Sözcü hat jede Sekunde der Übergriffe mitverfolgt.

Der Leichnam von Ethem Sarisülük, der bei den Solidaritätskundgebungen für den Gezi-Park ums Leben kam, wird gerade für eine Gedenkfeier zum Kızılay Platz (Ankara) gebracht, als Polizeikräfte und Gendarmerie an der Batıkent Kreuzung die Straße sperrt. Die Verwandten des Verstorbenen versuchen mit den Sicherheitskräften zu verhandeln, ohne ein positives Ergebnis. Die Polizei lässt den Trauerkonvoi nicht durch. Daraufhin macht sich der Leichenwagen zurück auf den Weg zum alevitischen Gebetshaus Pir Sultan Abdal in Batıkent. Es kommt zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstranten, die die türkische Flaggen tragen. Unter Einsatz von Pfeffergas und Druckwasser nimmt die Polizei den Demonstranten ihre Flaggen weg. An dem Ort der Demonstration befinden sich zahlreiche Wasserwerfer und Bereitschaftspolizisten. Die Spannung hält an.

Genau zu dieser Zeit greift die Polizei Tausende von Menschen an, die auf den Leichenwagen warten.

Die Wasserwerfer zielen diesmal auf Journalisten, die diese Szenen aufnehmen wollen.

  • Auch die Journalisten werden massivem Pfeffergas ausgesetzt und müssen den Aufnahmeort verlassen.
  • Demonstranten protestieren, indem sie mit Kochlöffeln auf Tabletts und Kochtöpfe schlagen. Manche unterstützten das Metall-Orchester, indem sie mit Steinen gegen Pfosten und Säulen schlagen.
  • Auf dem Kızılay-Platz fängt der Polizeieinsatz wieder an. Mit Tabletts und Löffeln in der Hand schreien die Demonstranten: „Überall ist Taksim. Überall ist Widerstand.“
  • Die Polizei jagt Demonstranten, die sich in Nebengassen flüchten. Auf dem Kızılay-Platz kommen zwei Krankenwagen an, um Verletzte in Krankenhäuser zu transportieren.
  • In der Sakarya-Straße und in der İzmir-Straße wird massiv Pfeffergas eingesetzt. Alles befindet sich unter Tränengas.
  • Die Demonstranten laufen von den Nebengassen in Richtung Kızılay-Platz, während die Polizei immer wieder Barrikaden aufbaut. Im Stadtviertel Akatlar setzt die Polizei wieder Pfeffergas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.
  • Auch in anderen Vierteln Ankaras beginnen Polizeieinsätze.
  • Trotz Polizeieinsatz bleibt die Menge der Protestierenden zusammen. Die Polizei sperrt den Platz ab.
  • Die Polizei ruft die Demonstranten dazu auf, ihre Kundgebung aufzulösen. Eine Einsatztruppe bereitet sich vor.
  • In Kızılay hebt die Polizei die Verkehrssperre auf. Immer wieder finden polizeiliche Übergriffe auf Demonstranten statt.
  • Der  Trauerkonvoi für Ethem Sarısülük  bekommt nicht die Erlaubnis nach Kızılay zu fahren. Der Leichnam wird wieder in das alevitische Gebetshaus Pir Sultan Abdal in Batıkent zurückgebracht.

Es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten, die die türkische Flagge hochhalten, und der Polizei. Unter Einsatz von Pfeffergas und Druckwasser nimmt die Polizei den Demonstranten ihre Flaggen weg.

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